Viele Frauen versuchen, jeden Tag gleich zu funktionieren – gleich leistungsfähig, gleich belastbar, gleich motiviert. Doch der weibliche Körper ist nicht linear. Er ist zyklisch.
Zyklusbewusst Yoga zu praktizieren bedeutet, diesen natürlichen Rhythmus wahrzunehmen und nicht länger gegen ihn zu arbeiten.

Ich habe lange geglaubt, mit Disziplin alles ausgleichen zu können: Müdigkeit, emotionale Schwankungen, innere Unruhe. Erst durch Yoga habe ich gelernt, meinem Körper wieder zuzuhören – und zu verstehen, dass Rückzug, Sensibilität oder geringere Energie keine Schwäche sind, sondern Signale.



Der weibliche Zyklus – einfach erklärt

Der weibliche Zyklus ist weit mehr als nur die Periode. Er ist ein hormoneller Rhythmus, der Einfluss auf Energie, Stimmung, Konzentration und Belastbarkeit hat.
Typischerweise wird er in vier Phasen unterteilt:

Menstruationsphase

Follikelphase

Ovulationsphase

Lutealphase

Jede dieser Phasen bringt unterschiedliche Qualitäten mit sich. Zyklusbewusst zu leben heißt, diese Veränderungen wahrzunehmen – statt sie zu ignorieren oder zu bewerten.



Warum Yoga perfekt zum zyklischen Leben passt

Yoga ist kein starres System. Genau darin liegt seine Stärke.
Yoga lehrt uns, Präsenz statt Leistung zu kultivieren und fördert die Verbindung zwischen Körper, Atem und Nervensystem.

Beim zyklusbewussten Yoga geht es nicht darum, jede Phase „optimal zu nutzen“, sondern darum, den eigenen Zustand ehrlich wahrzunehmen.
Der Atem spielt dabei eine zentrale Rolle: Er wirkt regulierend auf das Nervensystem und hilft, zwischen Aktivierung und Entspannung zu balancieren.

Yoga passt sich dem Zyklus an – nicht umgekehrt.



Zyklusbewusst Yoga praktizieren: Die vier Phasen im Überblick


🩸 Menstruationsphase – Rückzug & Regeneration

Während der Menstruation richtet sich die Energie nach innen. Viele Frauen erleben Müdigkeit, Sensibilität oder ein erhöhtes Ruhebedürfnis.

Wie Yoga unterstützen kann: sehr sanfte, ruhige Praxis, Fokus auf Atem und Loslassen, regenerierende Haltungen

Geeignet sind zum Beispiel:
Kindhaltung, Beine an der Wand, Schmetterling, sanfte Drehungen

Wirkung:
Yoga kann helfen, Krämpfe zu lindern, das Nervensystem zu beruhigen und dem Körper echte Erholung zu ermöglichen.

Schau dir dazu gerne mein Reel wie du deinen Yoga Flow während der Menstruationsphase gestalten kannst!



🌱 Follikelphase – Neubeginn & Leichtigkeit

Nach der Periode steigt die Energie langsam wieder an. Viele Frauen fühlen sich klarer, motivierter und offener für Neues.

Yoga-Fokus: Mobilisation, fließende und leichte Bewegungen, spielerische Praxis

    Geeignet sind:
    Sanfte Flows, Sonnengrüße, Balance-Posen

    Wirkung:
    Yoga unterstützt diese Phase, indem es Neugier, Leichtigkeit und Freude an Bewegung fördert.



    🌕 Ovulationsphase – Kraft & Ausdruck

    Rund um den Eisprung ist die körperliche und mentale Energie oft am höchsten. Selbstvertrauen und Belastbarkeit sind gesteigert.

    Yoga-Fokus: dynamische Flows, Standhaltungen, Rückbeugen

    Geeignet sind:
    Krieger-Sequenzen, Tänzerpose, kraftvolle Vinyasa-Flows

    Wirkung:
    Yoga hilft, diese Energie bewusst zu kanalisieren und den Ausdruck nach außen zu stärken.



    🍂 Lutealphase – Erdung & Verlangsamung

    In der zweiten Zyklushälfte nimmt die Energie oft wieder ab. Sensibilität und das Bedürfnis nach Rückzug können zunehmen.

    Yoga-Fokus: ruhigere Praxis, Vorbeugen, längeres Halten der Positionen

    Geeignet sind:
    Vorbeugen, Hüftöffner, Yin-Yoga-Elemente

    Wirkung:
    Yoga unterstützt dabei, Stress zu reduzieren, Emotionen zu regulieren und den Übergang zur Menstruation sanft zu gestalten.



    Zyklusbewusstes Yoga: Verbindung statt Optimierung

    Zyklusbewusst Yoga zu praktizieren bedeutet nicht, alles „richtig“ zu machen.
    Es bedeutet, eine Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen – geprägt von Selbstmitgefühl, Achtsamkeit und Ehrlichkeit.

    Yoga wird so zu mehr als Bewegung:
    Es wird ein Werkzeug, um innere Signale frühzeitig wahrzunehmen, Grenzen zu respektieren und Vertrauen in den eigenen Rhythmus zu entwickeln.



    Fazit: Zurück in Verbindung mit dir selbst

    Der weibliche Zyklus ist kein Hindernis – er ist eine Ressource.
    Yoga kann uns helfen, diesen Rhythmus nicht nur zu verstehen, sondern ihn bewusst zu begleiten.

    Zyklusbewusst Yoga zu praktizieren ist eine Einladung, langsamer zu werden, tiefer zu spüren und wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen.

    Wenn du dich mehr mit deinem Zyklus verbinden möchtest und Yoga als unterstützende Praxis entdecken willst, teile ich auf meinem Instagram-Account 👉 enjoy.feelgood regelmäßig Impulse, Flows und Gedanken rund um Yoga, Nervensystem und Selbstwahrnehmung. 🤍

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